Willkommen bei der deutschen Minderheit in Dänemark

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2020 feiert die Minderheit ihren 100. Geburtstag

 

Natürlich gibt es Deutsch und Deutsche schon viel länger im Landesteil Schleswig. Aber mit der Volksabstimmung, der Grenzverschiebung und der Teilung Schleswigs wurde auch die deutsche Minderheit geboren.

 

Das feiern wir 2020 mit einer ganzen Reihe von Projekten und Aktivitäten, unter anderem:

 

Der Geburtstag wird unter anderem auch mit einer Artikelserie - 100 Jahre in 100 Gegenständen - gewürdigt. Museumsleiter Hauke Grella ist Verfasser der spannenden Geschichten.

Einige Fragen und Antworten zum Jubiläum

Die Volksabstimmung 1920 auf dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges verwandelte den deutschen Bevölkerungsteil in Nordschleswig in eine Minderheit. Folglich wurde das Abstimmungs-Ergebnis auch nicht als “Genforening” bezeichnet, sondern als “Abtretung”, da man ja durch die neue Grenze eine neue Staatsangehörigkeit bekam. Es nähert sich das 100-jährige Jubiläum dieser Ereignisse.


Ist 2020 für den BdN überhaupt Anlass, dieses Jubiläum zu feiern? Wenn ja, warum? Wenn ja, welchen Beitrag – konkret und in übertragenem Sinne – kann die deutsche Volksgruppe in diesem Zusammenhang leisten?
Es stimmt, dass das Abstimmungsergebnis und die Grenzverschiebung 1920 von der Volksgruppe als Niederlage aufgefasst wurde, und das eine Grenzrevision das primäre Ziel nach 1920 war. Das hat sich 1945 mit der Loyalitätserklärung grundlegend geändert. Wir – die deutsche Minderheit – haben damals unter anderem die Grenze von 1920 akzeptiert. Das ist seitdem unangefochtene Grundlage unserer Politik.
2020 ist ein spannendes Jahr mit einer ganzen Reihe von Jubiläen. Wir werden natürlich nicht die „genforening“ feiern, sondern werden unseren 100 Geburtstag feiern. Dafür haben wir für die kommenden Jahre insgesamt 900.000 Kr. abgesetzt. Welche Projekte wir in dem Zusammenhang durchführen steht noch nicht endgültig fest.
Hinzu kommt als absoluter Höhepunkt der Um- und Anbau des Deutschen Museums für Nordschleswig in Sonderburg. Dafür haben wir bisher konkrete finanzielle Zusagen sowohl von deutscher wie von dänischer Seite.

Aber es gibt auch Anlass gemeinsam zu feiern, so können wir heute alle stolz darauf sein, dass die Grenze 1920 auf Grundlage einer demokratischen Abstimmung friedlich verschoben wurde.

 

Welche Bedeutung hat die deutsche Volksgruppe für die Entwicklung im Grenzland gehabt (welche Rolle spielen Minderheiten überhaupt)?
Wie sieht das Selbstverständnis der Volksgruppe aus für die kommenden Jahre?
Wir haben uns seit 1945 sehr für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit eingesetzt. Viele gute Ideen, die diese Zusammenarbeit befördert haben, stammen aus der Minderheit, auch wenn das nicht immer bekannt ist. Was die Kooperation über die Grenze betrifft ist allerdings noch Luft nach oben, wir können da noch viel mehr erreichen.
Ich denke, dass gerade die Rolle von Minderheiten als Brückenbauer in vielen Regionen noch nicht ausreichend genutzt wird. Glücklicherweise gilt das Zusammenleben von Minderheiten und Mehrheiten im Grenzland als vorbildlich. Es ist kein Zufall, dass das europäische Minderheitenforschungsinstitut ECMI und unsere europäische Organisation, die FUEN, ihren Sitz in Flensburg haben. Um das zu unterstreichen bemühen wir uns – gemeinsam mit unseren Freunden von der dänischen Minderheit – um die internationale Anerkennung als „UNESCO immaterielles Kulturerbe“.