75 Jahre BDN

 

Das 75-jährige Jubiläum des Bundes Deutscher Nordschleswiger wird zum Deutschen Tag am 7. November 2020 in Tingleff gefeiert!

 

Anlässlich des Geburtstages wird der BDN zu diesem Termin ein Sonderheft/Jubiläumsheft herausgeben mit einem Rückblick auf 75 Jahre BDN: darin wird die Geschichte des BDN mit zentralen Dokumenten, Artikeln von Historikern und Zeitzeugen, Fotos etc. dargestellt.

 

Aber wie ist eigentlich der Verlauf der 75-jährigen Geschichte des BDN? 

 

Hintergrundinformation gibt es hier:

 

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Geschichte des BDN

 

Der Bund Deutscher Nordschleswiger wurde am 22. November 1945 als Hauptorganisation der deutschen Volksgruppe in Nordschleswig gegründet.

 

Nach der Volksabstimmung von 1920 stand die Forderung nach einer Revision dieser Grenze für 25 Jahre im Mittelpunkt der Politik der deutschen Volksgruppe. Das führte zu einer engen Bindung an Deutschland und der Teilnahme vieler Angehöriger der Volksgruppe am zweiten Weltkrieg. Die Rechtsabrechnung (retsopgør) war nach dem Ende der deutschen Besetzung Dänemarks das Ergebnis dieser Politik.

 

Mit der Gründung des Bundes Deutscher Nordschleswiger wurde ein neuer Weg eingeschlagen und die Grundlage für ein nachbarschaftliches Miteinander von deutscher Minderheit und dänischer Mehrheitsbevölkerung gelegt.

 

Schon seit 1943 hatte sich unter dem Eindruck des Krieges und der sich abzeichnenden militärischen Rückschläge ein Kreis um den deutschen Pastor in Hadersleben Friedrich Prahl und den Fabrikanten Matthias Hansen gebildet, der sich Gedanken darüber machte, wie das Verhältnis von Mehrheits- und Minderheitsbevölkerung in der Zukunft, nach dem Kriegsende, gestaltet werden sollte. Diese als „Haderslebener Kreis“ bezeichnete Gruppe traf sich Ende 1943 und formulierte: „Wir erstreben ein gutes Verhältnis zu unseren dänischen Mitbürgern, das nur auf gegenseitigem Vertrauen aufgebaut werden kann und sich auf eine absolute Loyalität gründen muss.“ (Zur Loylitätserklärung mehr hier unter "100 Jahre Deutsche Minderheit")

 

Dieser „Haderslebener Kreis“ kann als die Keimzelle des Neubeginns gelten. Die Gründungsversammlung fand in Anwesenheit von rund 30 deutschen Nordschleswigern in Apen­rade statt, hier wurden unterschiedlichen Positionen diskutiert. In der Gründungserklärung heißt es:

„Nordschleswiger! Welche politische Vergangenheit ihr auch immer gehabt habt, wir fordern alle die auf dieser Grundlage an einem neuen deutschen Leben in unserer Heimat mitbauen wollen auf: Tretet ein in den Bund deutscher Nordschleswiger!“

 

 

100 Jahre Minderheit(3)

 

 

Eine kritische Rückschau fand nicht statt, sie hätte den Konsolidierungsprozess nach innen und nach außen gestört.

 

Dass aber im Wesentlichen die Formulierungen des Haderslebener Kreises schließlich die Gründungserklärung bestimmten, führte zu durchgehend positiven Reaktionen auf dänischer Seite.

 

Die Loyalitätserklärung und das Bekenntnis zur Demokratie waren die entscheidenden Grundlagen für die Entwicklung der deutschen Volksgruppe.

 

Der BDN nahm unter dem geschäftsführenden Vorsitzenden Matthias Hansen, einem Vertreter des „Haderslebener Kreises“, und mit Ernst Siegfried Hansen als Leiter des Sekretariats in Apenrade seine Arbeit be­reits Ende 1945 auf. Die Räume im Apenrader „Theaterhotel“ teilte sich das Sekretariat des BDN mit dem „Nordschleswiger“, dem deutschen Schulverein sowie dem Jugendausschuss. Damit wird bereits deutlich, dass man keine Zeit verlieren wollte, die deutsche Volksgruppe nach dem Ende des Krieges und der Befreiung Däne­marks auch organisatorisch wieder aufzubauen. Bis Anfang des Jahres 1947 wurden 23 Ortsvereine mit ca. 3000 Mitgliedern gegründet.

 

Nach anderthalb Jahren einer Interimsführung folgte im Mai 1947 auf den geschäftsführenden Vorstand der erste aus den Reihen der neu gegründeten Vereine hervorgehende Hauptvorstand des BDN; Vorsitzender wurde Dr. Niels Wernich, Sonderburg. Als Leiter des deutschen Sekretariats arbeitete im gleichen Zeitraum der Journalist Jes Schmidt, späterer Chefredakteur des „Nordschleswiger“, der zwei Jahrzehnte danach die deutsche Volksgruppe auch als Folketingabgeordneter vertreten sollte.

 

Zu den sicherlich wichtigsten Beschlüssen des jungen BDN gehörte, sich bereits 1947 wieder an der Folketingwahl zu beteiligen. Hieraus spricht ein starkes Selbstbe­wusstsein, sich als demokratischer Fak­tor am politischen Leben Dänemarks beteiligen zu wollen. Als Kandidat konnte Dr. Wal­demar Reuter, Gravenstein, gewonnen werden. Mit 7611 Stimmen erreichte er ein be­achtliches Ergebnis, wenn man die Tatsache berücksichtigt, dass – aufgrund der Aberkennung der bürgerlichen Rechte – längst nicht alle Volksgruppenangehörigen das Wahlrecht  ausüben konnten.

 

1951 übernahm Hans Schmidt-Oxbüll den Vorsitz des BDN, ihm gelang 1953 der Einzug ins Folketing.