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Jugendbildung bei der deutschen Minderheit in Dänemark – Friedlicher und zukunftsträchtiger Austausch am Schnittpunkt zweier Kulturen
Seit 1970 gibt es den Jugendhof Knivsberg als kulturelles Begegnungszentrum und Bildungsstätte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im deutsch-dänischen Grenzraum. Vor 100 Jahren wurde er von den Gründervätern der Knivsberggesellschaft unter dem Apenrader Schiffsreeder Michael Jebsen als Festplatz zur Verfügung gestellt. Es ist ein Ort, der von seiner beruhigenden und abwechslungsreichen Umgebung lebt, Kreativität und Phantasie beflügelt und Menschen, vor allem junge Menschen zusammenbringen will.
Der Jugendhof Knivsberg hat in den Zeiten der Informations- und Unterhaltungsüberflutung einiges zu bieten, was man zu Hause trotz Fernseh- und Internet-Medienwelt nicht erfahren kann: unmittelbare Begegnung, Dialog und Austausch zwischen unterschiedlichsten Menschen und zwar ungefiltert von Angesicht zu Angesicht ohne Datenleitung und ohne einengenden Bildschirm, direkter Kontakt im Umgang mit den eigenen Fähigkeiten im kreativen Tun sowie Erlebnis von Gemeinschaft und Fachwissen aus erster Hand.
Menschen eine Begegnungsstätte zu geben, in der sie sich in einem angenehmen Umfeld mit sich selbst und anderen bei musischen, sozialen oder politischen Themen auseinandersetzen können, ist das Ziel der Arbeit im Jugendhof.
In der Trägerschaft des Deutschen Jugendverbandes für Nordschleswig richtet sich sein Angebot in erster Linie an die jungen Nordschleswiger, die an überregionalen außerschulischen Aktivitäten auf überörtlicher Ebene interessiert sind.
Der Jugendhof besitzt ein gut ausgestattetes räumlichen Angebot: Musik- und Theatersaal mit Platz für 300 Besucher, Keramik-, Holz- und Metallwerkstatt, Fotolabor, Bibliothek, Gruppenräume und eine Sauna. Das Angebot wird sowohl für das eigene Programm als auch von allen Vereinen und Verbänden der Minderheit genutzt. Eine einladende Kaminhalle sammelt die Gäste nach angestrengter Diskussion und lädt zu entspannten Gesprächen ein. Gemäß dem programmatischen Titel seiner Veranstaltungsbroschüre „Brücke“ arbeitet der Jugendhof grenzüberschreitend. Das eigene Programm wird beiderseits der Grenze ausgeschrieben. Die Jugendhofnutzer kommen sowohl aus dem nahen nordschleswigschen Umland als auch aus Schleswig-Holstein und von weiter her. In belegungsfreien Zeiträumen steht das Haus auch Gastgruppen für eigene Tagungen zur Verfügung. Seit der Öffnung nach Osten verzeichnet die Statistik verstärkt Besucher aus Osteuropa. Angefangen hat dies mit Kontakten nach Estland. Heute verfügt der Jugendhof über ein breites Netz von Kontakten zu anderen Minderheitengruppen in West- und Osteuropa.
Angeboten werden kreative Betätigungsfelder, wie bildnerisches Gestalten in Keramik- und Malkursen, Musik- und Theaterworkshops, Medien- und Computerseminare zur sozialen und politischen Bildung mit minderheitenspezifischen Themen sowie zur Fortbildung pädagogischer Mitarbeiter. Aber auch für rein gesellige oder Freizeit- oder Erholungsangebote oder größere „Events“ steht der Jugendhof offen.
Bei allen Aktivitäten ist die gemeinsame Sprache vorwiegend Deutsch. Die Pflege der deutschen Sprache ist ein wichtiges Anliegen der Knivsberg-Aufenthalte, obwohl der eine oder andere plattdänisch („Sønderjyske“) Ausdruck den Wortschatz anreichert und manchmal eine recht humorcolle Mischung zwischen Deutsch und Dänisch entsteht.
Auch auf dem internationalen Parkett des Zusammenwachsens innerhalb des „Europäischen Hauses“ spielt der Jugendhof eine Rolle. Was der Jugendhof hierbei auf dem Gebiet der Jugendarbeit an Kontakten vermitteln kann und an Erfahrungen gesammelt hat, gibt er in Form von internationalen Jugendseminaren an Gäste aus Russland, Polen, Ungarn, Rumänien und anderen Staaten weiter, in denen Deutschstämmige nach Bespielen für gelungenes Miteinander zweier kultureller Strömungen suchen. Ziel dieses Engagements durch eigene Seminare oder durch Organisation von Veranstaltungen im osteuropäischen Ausland ist die Stboilisierung der Situation für junge Generationen in den Minderheitenregionen, mit der Hoffnung, einer weiteren Entwurzelung und weiteren Abwanderungstendenzen der Jugend entgegen zu wirken.
Im Juni verzeichnet der Jugendhof die meisten Besucher, wenn der Knivsberg am letzten Wochenende vor den dänischen Sommerferien zum Knivsbergfest lädt. Auf dem gesamten Gelände gilt es vieles zu erleben.
Mehr Informationen unter: www.jugendhof-knivsberg.dk
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Begegnungsabend mit Gästen aus Grünberg in Polen
Für 30 Kinder und Jugendliche aus Grünberg/Zielona Gora in Polen hieß es in diesem Jahr wieder: Auf zum Knivsberg! Schon seit Jahren pflegt man den engen Kontakt. Das hat auch einen Grund: Hier trifft deutsche Minderheit auf deutsche Minderheit.
Auf Einladung des Bundes Deutscher Nordschleswiger, mit Unterstützung des Deutschen Jugendverbandes und der Gemeinnützigen Hermann-Niermann-Stiftung in Düsseldorf, fanden auch in diesem Jahr wieder rund 30 Kinder, Jugendliche und deren Betreuer den Weg auf den Knivsberg. Die Gruppe kommt von der deutschen Gemeinschaft aus Zielone Góra (Niederschlesien) und befand sich auf einer Erholungsfreizeit in der Bildungsstätte Jugendhof Knivsberg.
Nebenbei wurde für eine kleine Gruppe ein Sprachunterricht angeboten, an dem 6 Polinnen, 3 Däninnen und ein Deutscher teilnahmen. „Es geht nicht unbedingt darum, dass sie die Sprache erlernen. Der Spaß steht hier im Vordergrund und sie sollen sich besser kennen lernen“ so der Leiter des Jugendhofs Heiko Frost.
Während des Aufenthalts studierten die Kinder und Jugendlichen im Alleingang ein Programm ein, welches zur Abschluss des Begegnungsabends, am 29.7., aufgeführt werden sollte. „Keiner weiß, was sie sich ausgedacht haben. Es ist für uns auch eine Überraschung“ so Bogumiła Husak, die Gruppenbetreuerin.
Pünktlich um 19 Uhr begann dann die Aufführung im Theatersaal des Jugendhofs. Neben Gesang, Kabarett und Hip Hop-Einlagen begeisterten vor allem die viel bejubelten Keyboard-Einlagen. Durch das einstüdige Programm wurde von den Jugendlichen selbst geführt. Der Saal war, wie in den vergangen Jahren auch, sehr gut gefüllt und alle hatten hörbar und sichtlich gefallen an der Aufführung.
Nach etlichen Zugaben zog man sich zurück und saß gemütlich zusammen und ließ den Abend ruhig ausklingen.
Jugendhofleiter Heiko Frost freute sich, dass das Ziel, die deutsche Kultur zu fördern, wieder erreicht wurde und die Zusammenarbeit mit den Grünbergern von Jahr zu Jahr besser wird.
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K.i.M. Kinder im Mittelpunkt | |
Das K.i.M. schafft, was nicht viele Einrichtungen schaffen: es vereint Kinderhort und Jugendclub unter einem Dach.
„Ja, man kann schon sagen, dass wir recht ungewöhnlich sind“ lacht Britta Oriwohl, Leiterin des K.i.M.
Angefangen hat alles mit einigen Eltern, die gern gesehen hätten, dass die Kinder aus der deutschen Minderheit sowohl zusammen zur Deutschen Schule in Apenrade gehen und auch nach der Schule gemeinsam betreut werden.
„Aus diesem Grund gründeten ein paar angagierte Eltern vor einigen Jahren das Deutsche Freizeitheim und einen Freizeitclub“ berichtet sie.
Es waren damals noch 2 eigenständige Einrichtungen, doch sollten diese unter dem SFO (der Schul-Freizeit-Ordnung) geführt werden. Das wollten die Eltern allerdings nicht und beschlossen, die beiden Einrichtungen zusammenzulegen. Mit Projektmittel aus Kopenhagen gründete man das K.i.M. - zunächst nur zur Probe für 2 Jahre. 12 Jahren gibt es nun schon das K.i.M. und die Kinder und Jugendlichen wollen es nicht mehr missen.
Selber ist Britta Oriwohl diplomierte Sozialpädagogin und stammt ursprünglich aus Berlin. Ihr Mann studierte zu diesem Zeitpunkt noch in Flensburg und zog prompt in den Norden. Mit dem Abschluss in der Tasche, suchte sich Oriwohl gleich einen Job. Diesen fand sie in Nordschleswig beim Deutschen Freizeitclub.
Seitdem lebt sie hier mit ihrer Familie und plant auch nicht wieder nach Deutschland zu gehen. „Ich habe hier einen tollen Job und ein schönes Haus, mir gefällt es super – daher plane ich auch keine Rückkehr.“
Während ihrer Tätigkeit im K.i.M. und den vielen Projekten (wie die Zirkus-, Musik- oder Naturwoche die in jeder ersten Woche des Monats stattfinden) schloss sie eine weitere Ausbildung zum Diplom-Leiter ab.
„Es ist schon etwas schwieriger in einer anderen Sprache zu studieren, auch wenn man denkt sie zu beherrschen“ resümiert Oriwohl „aber ich bin froh, diesen Schritt gewagt zu haben.“
Ab dem 1. Oktober diesen Jahren wird die Einrichtungen privatisiert. „Das bedeutet allerdings auch, dass wir – zumindest zeitweilig – den Jugendclub stilllegen müssen. Aus finanziellen Gründen. Wenn es uns dann wieder besser geht, werden wir ihn aber wieder zum Leben erwecken.“
Das würde sicherlich viele Jugendliche freuen. Bleibt zu hoffen, dass es auch so ist und, dass es das K.i.M. noch viele Jahren geben wird.
Mehr Informationen unter: K.i.M.
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Janette Sperling, August 2011
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