Willkommen bei der deutschen Minderheit in Dänemark

Ein Reformatorisches Requiem

Kopenhagen/Berlin  /  Bund Deutscher Nordschleswiger  /  20.Oktober 2017 - 23.Oktober 2017


Der Bund Deutscher Nordschleswiger präsentiert Leon Tscholls >>Ein Reformatorisches Requiem<<

Nordschleswigsche Musikvereinigung
LandesJugendOrchester Schleswig-Holstein
Leitung: Susanne L. Heigold
Iben Silberg, Sopran (DK) / Nikolaus Fluck, Bariton (D)

Tourneedaten:
20 OKT 20:00 Grundtvigs Kirke København/Kopenhagen
På Bjerget 14B, 2400 København NV
22 OKT 16:00 Passionskirche Berlin
Marheinekepl. 1, 10961 Berlin
26 OKT 20:00 Dom zu Hadersleben/Haderslev Domkirke
28 OKT 16:00 Lügumkloster Kirche/Løgumkloster Kirke
29 OKT 16:00 Sønderjyllandshallen Apenrade/Aabenraa

Ticket-VVK für Konzerte in Kopenhagen und Berlin unter www.bdn.dk/buchen
Køb billetter til koncerterne i København og Berlin på www.bdn.dk/buchen
Restkarten ggf. an der Abendkasse / Evt. resterende billetter sælges i døren

Tickets für die Konzerte in Nordschleswig werden an der Abend-/Tageskasse verkauft.
Billetter til koncerterne i Sønderjylland sælges i døren.

København/Kopenhagen: 50-150 DKK / Berlin: 5-15 EUR
Nordschleswig/Sønderjylland: 150 DKK / 20 EUR
(Schüler und Studenten frei / Elever og studerende fri entré)

Veranstalter/arrangør: Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN)

Einführung in das Werk und Informationen über den Kompoinisten unten.

www.bdn.dk / www.musikvereinigung.dk / www.nordschleswig.dk



Einführung ”Ein Reformatorisches Requiem”

Das „Reformatorische Requiem“ ist eine abendfüllende Komposition für Sopran und Bariton sowie Chor und großes Orchester, die als Auftragskomposition für den Bund Deutscher Nordschleswiger 2015/16 entstand und das erste Werk dieser Größenordnung des jungen Komponisten Leon Tscholl.
Die Texte der Komposition entstammen hauptsächlich den üblichen Texten der Totenmesse. Hinzu kommen Ausschnitte einer Predigt Martin Luthers aus dem Jahre 1519 über „Die Bereitung zum Sterben“ und ein Sonett des deutschen Dichters Andreas Gryphius aus dem Jahr 1636, das vom Schrecken des 30-jährigen Krieges handelt.
Das Requiem soll insofern „reformatorisch“ sein, als dass es katholische Texte (der Totenmesse) teilweise in einen neuen Kontext stellt und Luthers Haltung zu Tod und Sterben wiedergibt. Luthers bekannter Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ erklingt als Finale, mit Zitat des Choralsatzes Bachs (BWV 303), aber auch musikalisch motivisch die ganze Zeit als Mittelpunkt der Komposition.
Dennoch soll das Werk auch eine ökumenische Botschaft vermitteln, denn es existieren durchaus viele Gemeinsamkeiten zwischen den Konfessionen. Das Christentum ist eine Religion!
Andreas Gryphius beschreibt sehr real und direkt die Auswirkungen religiösen Hasses und auch wir erleben heute, wohin dieser Fanatismus führen kann – wie bei den schrecklichen Anschlägen in Paris am 13. November 2015. Im Gedenken an die Opfer dieser Anschläge wurde in die Vertonung der „Threnen des Vatterlandes“ von Gryphius die französische Nationalhymne eingearbeitet.
Das Requiem steht natürlich im Zusammenhang mit dem 500-jährigen Reformationsjubiläum, es soll aber auch an die Folgen, positiv wie negativ, erinnern und eine etwas andere Erinnerung an die Anfänge der Reformation ermöglichen.
Ziel des Werkes ist es, einen künstlerischen Raum zu schaffen, um sich der Reformation zu erinnern, um sich Verstorbener zu erinnern und vielleicht auch, um Trost zu spenden. Sei es durch die Texte Luthers, sei es durch die Musik.

Leon Tscholl - Der Komponist

Leon Tscholl wurde 1996 in Karlsruhe geboren. Er erhielt Unterricht an der Geige, dem Klavier und der Orgel sowie in Musiktheorie und Gesang. Seit Anfang 2016 studiert er Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Darstellende Künste Stuttgart in der Orgelklasse von Prof. Helmut Deutsch. Improvisationsunterricht erhält er bei Wenzelsorganist David Franke, in Chorleitung wird er von Prof. Denis Rouger unterrichtet.
Leon Tscholl ist in diversen Ensembles wie dem figure humaine kammerchor, dem CoroPiccolo oder der Badischen Landesjugendkantorei aktiv, gestaltet immer wieder selbst kammermusikalische Beiträge oder initiiert unter seiner Leitung Auftritte mit Vokalensembles. Als Knabenchorsänger konnte er unter anderem bei Richard Strauss „Rosenkavalier“ (2009) unter GMD Christian Thielemann mit den Münchner Philharmonikern und Sängern wie Jonas Kaufmann, Diana Damrau oder Renée in Baden-Baden, München und Paris mitwirken. 2015 trat er mit dem Orchester des Helmholtz-Gymnasiums Karlsruhe beim Benefizkonzert des Bundespräsidenten auf. Konzerttätigkeiten führten ihn bisher nach Frankreich, Italien,
die Schweiz, Luxemburg, Dänemark, Russland, Estland, Lettland und Jordanien. Als Organist war er beim Hochamt im Trierer Dom sowie bei Konzerten in der Stiftskirche Saarbrücken und im Dom zu Riga zu erleben.
Im Alter von acht Jahren begann Leon Tscholl zu komponieren und konnte bis heute etwa 200 meist kleinere Klavier-, Orgel-, Orchester- und Chorstücke, zusammengefasst in etwa 50 Werken, fertigstellen. Bereits 2008 kam erstmals eine Eigenkomposition für Orchester zur Uraufführung, 2009 wurde sein „Kanon Nr. 1“ von Mitgliedern der Badischen Staatskapelle aufgeführt. Er erzielte Preise bei Wettbewerben im Rahmen der Europäischen Kulturtage Karlsruhe 2012 sowie 2014 im Gedenken an den deutsch-dänischen Krieg 1864. Seitdem erstellte er einige Auftragskompositionen wie unter anderem das „Reformatorische Requiem“ für den Bund Deutscher Nordschleswiger. 2015 und 2017 wurden einige seiner Chorsätze durch den SWR (Südwestrundfunk) aufgenommen. Leon Tscholl ist Stipendiat des neu initiierten Programms BEYOND, in dessen Rahmen im Dezember auch eine neue Komposition von ihm im Stuttgarter Dom St. Eberhard zu Uraufführung kommt. Seine Werke wurden bisher u.a. vom Karlsruher Kammerchor, CoroPiccolo, CantusJuvenum, der Camerata 2000 und Solisten wie Prof. Friedemann Röhlig interpretiert.