Willkommen bei der deutschen Minderheit in Dänemark

Flensburg Flensborg (3)

Zweisprachige Ortsschilder

2020 diskutieren wir erneut über zweisprachige Ortsschilder. Wir haben hier eine Reihe von Argumenten und Gegenargumenten zusammengefasst.

 

Zweisprachige Schilder sind reine Symbolpolitik
Ja, aber Symbole sind wichtig und wegweisend.. Sie sind ein sichtbares Zeichen für Anerkennung, Toleranz und Respekt. Zweisprachige Schilder zeigen, dass es vor Ort eine andere Kultur mit eigener Sprache gibt. Deutsche Ortsnamen sind ein Zeichen des Willkommens, dies gilt für Touristen sowie für Unternehmen.
Einsprachige Schilder sind ebenfalls Symbole… für das Gegenteil?!

„Det er noget pjat. Die deutsche Minderheit sollte wichtigeres zu tun haben.”
Die Schilder sind wichtig, weil sie ein Zeichen sind. Außerdem soll niemand für uns definieren, was uns wichtig ist. Die Schilder sind als Teil der sprachpolitischen Forderungen sowohl von der Delegiertenversammlung als auch mehrmals im BDN Hauptvorstand einstimmig beschlossen worden.

Warum hat die Minderheit gerade jetzt die Diskussion angezettelt?
Wir hatten im August 2019 ein Gespräch mit den Experten des Europarates, wo wir unter anderem auch auf die fehlenden Schilder aufmerksam gemacht haben. Der Bericht des Europarates wurde – ohne unser Zutun – am 29. Januar 2020 veröffentlicht. Dies hat zur aktuellen Debatte geführt, an der wir dann natürlich auch unsere Argumente anführen. BDN Hauptvorsitzender Hinrich Jürgensen hat darüber hinaus Mitte November in einem Schreiben an die vier Bürgermeister darauf aufmerksam gemacht, dass gerade 2020 ein guter Anlass für die Schilder wäre – als Geburtstagsgeschenk zu unserem 100. Dies Schreiben haben wir nicht veröffentlicht.

Warum gerade im „genforenings“-Jahr 2020?
Das Jahr 2020 ist besonders geeignet für die Einführung der zweisprachigen Ortsschilder. Es ist unter anderem:
 75 Jahre seit Beendigung des 2. Weltkrieges
 100 Jahre „genforening“, Volksabstimmung und friedliche Grenzziehung
 Das Jahr in dem wir die gemeinsame Bewerbung an die UNESCO abliefern
 Deutsch-dänisches kulturelles Freundschaftsjahr.
 Der 100 Geburtstag der deutschen Minderheit (und der dänischen)

Es gibt zu viele negative Gefühle auf dänischer Seite.
Wir respektieren das und anerkennen die Legitimität dieser Gefühle. Aber 75 Jahre nach Beendigung des 2. Weltkrieges sollte es möglich sein, über seinen Schatten zu springen und in die Zukunft zu blicken. Außerdem ist dies auch für uns eine gefühlsbetonte Sache und die Weigerung Schilder aufzustellen ist alles andere als ein Zeichen von Anerkennung. Die Debatte führen wir nicht zum ersten Mal, aber es ist deutlich, dass der Widerstand geringer wird und das Verständnis für unseren Wunsch grösser.

Es gibt keine zweisprachigen Schilder südlich der Grenze.
Seit 2008 in Flensburg/Flensborg. Darüber hinaus in Dutzenden von Städten in Schleswig-Holstein und Deutschland. Zudem in fast allen Ländern Europas, wo es autochthone Minderheiten gibt. Litauen ist die einzige bestätigte Ausnahme.

Touristen und Minderheitsangehörige können auch ohne Zweisprachige Schilder den richtigen Weg finden.
Korrekt, und darum geht es natürlich nicht, sondern darum, dass die Schilder zeigen, dass es in Nordschleswig eben nicht nur eine dänische Mehrheitskultur gibt, sondern auch eine deutsche Minderheitenkultur, die zur Vielfalt des Landesteils beiträgt. Zweisprachige Ortsschilder sind ein Alleinstellungsmerkmal in Nordschleswig, sie machen neugierig auf die Geschichte und die Kulturen der Region.

Die Diskussion vergiftet das gute Klima zwischen Minderheit und Mehrheit/Vi har det så godt, hvorfor nu ødelægge det gode forhold?
Die Frage ist wohl eher, wie gut das Klima/Verhältnis reell ist, wenn man sich hartnäckig weigert, die Schilder aufzustellen. Außerdem: die einzige Möglichkeit die Diskussion zu beenden ist, die Schilder aufzustellen.

Wenn die Schilder aufgestellt werden, wird es Ärger und Beschmierungen geben.
Am Anfang wahrscheinlich, das zeigen auch die Erfahrungen aus anderen Gebieten. Aber nach einigen Monaten werden die Schilder akzeptiert. Auch das zeigen die Erfahrungen. Man muss ggf. Nur einen langen Atem haben und Schilder, die beschädigt werden sofort austauschen.


„Vi er i Danmark, derfor skal skilte være på dansk”… eller på sønderjysk… hvad bliver det næste: arabisk?
Die deutsche Minderheit ist die einzig anerkannte nationale Minderheit in Dänemark. Der Europarat hat klar und deutlich festgestellt, dass die beiden Konventionen (Sprachencharta und Rahmenkonvention) bedeuten, dass Deutsch in Nordschleswig keine Fremdsprache ist. Außerdem sind die Regeln dahingegen geändert worden, dass eine Beschriftung in anderen Sprachen als Dänisch nunmehr erlaubt ist.

Die deutschen Namen wurden nur von 1864 bis 1920 genutzt.
Schleswig ist viel länger zweisprachig gewesen. Deutsche Namen werden seit Jahrhunderten benutzt. Allerdings führt eine Diskussion darüber, wer/was zu erst hier war oft ins Leere. Auch wir – viele der Familien, die 1920 zur deutschen Minderheit wurden – leben schon seit vielen Generationen in Nordschleswig.

Das kostet zu viel.
Nicht zu viel, das ist es wert. Aber die Schilder müssen nicht alle auf einmal ausgetauscht werden, das kann auch laufend geschehen.

Zweisprachige Schilder verwirren nur…
Wen denn?

OS Apenrade

Kostenlose Aufkleber mit zweisprachigen Schildern können (für den eigenen Gebrauch) im Haus Nordschleswig abgeholt werden.

Folgende gibt es:

Aabenraa/Apenrade

Gråsten/Gravenstein

Haderslev/Hadersleben

Sønderborg/Sonderburg

Tinglev/Tingleff

Tønder/Tondern